Hinweis: Die Inhalte dieser Webseite dienen der allgemeinen Information. Verbindliche und tagesaktuelle Angaben zu Förderprogrammen und Gesetzgebung erhalten Sie auf energiefranken.ch, beim Bundesamt für Energie und auf der offiziellen Webseite Ihres Kantons.
Planungsleitfaden 2026

Solaranlage planen – Schritt für Schritt zur eigenen PV-Anlage

Von der Dachanalyse über die Bewilligung bis zur Inbetriebnahme: So planen Sie Ihre Solaranlage in der Schweiz richtig und vermeiden kostspielige Fehler.

Planung

So planen Sie Ihre Solaranlage richtig

Eine sorgfältige Planung ist das Fundament für eine wirtschaftlich erfolgreiche Solaranlage. Hier finden Sie alle wichtigen Schritte.

Die Planung einer Solaranlage in der Schweiz umfasst mehrere Phasen, die aufeinander aufbauen. Eine gut geplante Anlage produziert mehr Strom, kostet weniger und erspart Ihnen nachträgliche Korrekturen. In diesem Leitfaden führen wir Sie durch alle wichtigen Schritte – von der ersten Idee bis zur fertigen PV-Anlage auf Ihrem Dach.

Der gesamte Prozess dauert typischerweise 2 bis 4 Monate. Die eigentliche Montage auf dem Dach ist bei einem Einfamilienhaus in nur 2 bis 3 Arbeitstagen erledigt. Die restliche Zeit wird für Bewilligungen, Materialbestellung und Terminkoordination benötigt.

Die 7 Schritte zur eigenen Solaranlage

1

Bedarfsanalyse und Potenzialabklärung

Ermitteln Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch anhand der Stromrechnung. Prüfen Sie mit dem PV-Rechner das Solarpotenzial Ihres Dachs. Berücksichtigen Sie geplante Anschaffungen wie Wärmepumpe oder Elektroauto.

2

Dachanalyse und Standortbewertung

Prüfen Sie Ausrichtung (ideal: Süd), Neigung (optimal: 25–35°), verfügbare Fläche und mögliche Verschattungen. Ein Fachmann kann eine professionelle Verschattungsanalyse durchführen und die optimale Modulbelegung berechnen.

3

Offerten einholen und vergleichen

Holen Sie mindestens drei Offerten von zertifizierten Installateuren ein. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch Modulqualität, Wechselrichter, Garantieleistungen und Serviceangebote. Achten Sie auf Swissolar-Mitgliedschaft.

4

Bewilligung und Netzanmeldung

In den meisten Kantonen genügt eine Baumeldung bei der Gemeinde. Reichen Sie die Meldung zusammen mit den Planungsunterlagen ein. Parallel meldet der Installateur die Anlage beim lokalen Energieversorger an.

5

Förderanträge stellen

Beantragen Sie die Pronovo-Einmalvergütung und prüfen Sie kantonale Förderprogramme. Die Anmeldung bei Pronovo kann bereits vor der Installation erfolgen. Steuerliche Abzüge werden bei der nächsten Steuererklärung geltend gemacht.

6

Installation und Montage

Die Montage erfolgt in 2 bis 3 Tagen: Unterkonstruktion, Modulbefestigung, Verkabelung, Wechselrichter-Installation und Zählereinbau. Ein Gerüst wird vorher aufgestellt und nach Abschluss wieder abgebaut.

7

Inbetriebnahme und Abnahme

Nach der Montage erfolgt die technische Abnahme durch einen Elektrokontrolleur. Der Energieversorger schaltet den Zweirichtungszähler frei. Ab sofort produziert Ihre Anlage Strom und speist den Überschuss ins Netz ein.

Wichtige Planungsfaktoren

Anlagengrösse richtig dimensionieren

Die optimale Anlagengrösse hängt vom Stromverbrauch, der verfügbaren Dachfläche und dem Budget ab. Als Faustregel gilt: Pro 1'000 kWh Jahresverbrauch sollten mindestens 1.2 bis 1.5 kWp installiert werden. Für ein typisches Einfamilienhaus bedeutet das 8 bis 12 kWp. Bei einer geplanten Wärmepumpe oder einem Elektroauto empfiehlt sich eine grössere Auslegung.

Speicherlösung einplanen

Ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch von 30% auf 60–70% steigern und lohnt sich besonders, wenn tagsüber wenig Strom verbraucht wird. Planen Sie den Platz für den Speicher bereits bei der Erstinstallation ein. Auch wenn Sie den Speicher erst später nachrüsten, sollte der Wechselrichter speicherkompatibel sein.

Bewilligungsverfahren in der Schweiz

Seit der Revision des Raumplanungsgesetzes sind Solaranlagen auf Dächern in den meisten Fällen meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig. Eine einfache Baumeldung bei der Gemeinde genügt. Ausnahmen gelten für denkmalgeschützte Gebäude, Gebäude in Schutzzonen oder Anlagen, die über den Dachrand hinausragen.

Die richtigen Komponenten wählen

  • Module: Monokristalline Module mit mindestens 400 Wp und 25 Jahren Leistungsgarantie
  • Wechselrichter: Markengerät mit Monitoring-Funktion und mindestens 10 Jahren Garantie
  • Unterkonstruktion: Aluminium-System, passend zur Dacheindeckung
  • Kabel & Stecker: UV-beständig und für den Aussenbereich zugelassen

Häufige Fehler bei der Planung vermeiden

  • Zu kleine Dimensionierung – lieber etwas grösser planen für künftigen Mehrverbrauch
  • Verschattung unterschätzen – selbst kleine Schatten können grosse Ertragsverluste verursachen
  • Nur auf den Preis achten – günstige Module haben oft schlechtere Garantieleistungen
  • Förderungen nicht beantragen – bis zu 30% der Kosten können eingespart werden
  • Eigenverbrauch nicht optimieren – Lastmanagement und Speicher einplanen
Häufige Fragen

FAQ – Solaranlage planen

Brauche ich eine Baubewilligung für eine Solaranlage?
In den meisten Schweizer Kantonen ist für Dachanlagen in Bauzonen nur eine Baumeldung erforderlich, keine vollständige Baubewilligung. Die Anlage muss genügend angepasst sein und darf nicht über die Dachfläche hinausragen. In Schutzzonen oder bei denkmalgeschützten Gebäuden kann eine Bewilligung notwendig sein.
Wie lange dauert die Planung und Installation?
Von der ersten Offerte bis zur Inbetriebnahme vergehen typischerweise 2 bis 4 Monate. Die eigentliche Montage auf dem Dach dauert bei einem Einfamilienhaus nur 2 bis 3 Arbeitstage. Die Wartezeit entsteht hauptsächlich durch Bewilligungen, Materialbestellung und Terminplanung.
Welche Unterlagen brauche ich für die Planung?
Für die Planung benötigen Sie: Grundriss und Dachplan des Gebäudes, die letzte Stromrechnung (für den Jahresverbrauch), Fotos des Dachs und der Umgebung, sowie Angaben zum Gebäudetyp und Baujahr. Der Installateur erstellt daraus eine detaillierte Offerte.
Kann ich die Solaranlage schrittweise erweitern?
Ja, eine spätere Erweiterung ist möglich, aber meist teurer als eine direkte Gesamtinstallation. Es empfiehlt sich, den Wechselrichter von Anfang an etwas grösser zu dimensionieren und die Verkabelung für eine Erweiterung vorzubereiten.
Wie finde ich den richtigen Installateur?
Achten Sie auf Zertifizierungen (z.B. Swissolar-Mitgliedschaft), Referenzen und regionale Erfahrung. Holen Sie mindestens drei Offerten ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Modulqualität, Garantieleistungen und den Service nach der Installation.

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