Bifaziale Module – Mehrertrag durch Rückseitennutzung

Wie bifaziale Solarmodule funktionieren und welchen Mehrertrag sie gegenüber konventionellen Modulen bieten.

Bifaziale Solarmodule nutzen Sonnenlicht nicht nur auf der Vorderseite, sondern auch auf der Rückseite. Diese Technologie verspricht einen Mehrertrag von 5–25% gegenüber konventionellen Modulen – doch wann lohnt sich das wirklich?

Funktionsprinzip

Bifaziale Module bestehen aus Solarzellen, die auf beiden Seiten lichtempfindlich sind. Die Rückseite nutzt reflektiertes und diffuses Licht, das von der Umgebung zurückgeworfen wird. Je heller und reflektierender der Untergrund, desto höher der Zusatzertrag. Diesen Reflexionseffekt nennt man Albedo.

Aufbau

Konventionelle Module haben eine opake Rückseitenfolie. Bifaziale Module verwenden entweder eine transparente Folie oder ein zweites Glas (Glas-Glas-Modul). Glas-Glas-Module sind robuster, langlebiger und haben geringere Degradationsraten, wiegen aber ca. 3–5 kg mehr pro Modul.

Mehrertrag nach Installationstyp

Schweiz-Vorteil: In der Schweiz profitieren bifaziale Module besonders im Winter von der Schneereflexion. In Alpenlagen mit langem Schnee kann der Rückseitenertrag im Winter bis zu 30% betragen – ein klarer Standortvorteil.

Optimale Montage

Für maximalen Rückseitenertrag sollten bifaziale Module mit mindestens 30 cm Abstand zum Untergrund montiert werden, ideal 50–100 cm. Bei Flachdächern steigert eine helle Dachmembran den Ertrag um zusätzliche 3–5%. Die Unterkonstruktion sollte möglichst schmale Profile verwenden, um die Rückseite nicht unnötig zu verschatten.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Bifaziale Module kosten nur 5–10% mehr als vergleichbare monofaziale Module. Bei einem Mehrertrag von 5–15% ist der Return on Investment in den meisten Fällen positiv. Besonders bei Flachdach-Installationen und in schneereichen Regionen sind bifaziale Module die wirtschaftlich bessere Wahl.

Glas-Glas: Zusätzliche Vorteile

Neben dem Rückseitenertrag bieten bifaziale Glas-Glas-Module weitere Vorteile: höhere mechanische Belastbarkeit (ideal für Schneelasten in der Schweiz), längere Herstellergarantie (oft 30 statt 25 Jahre), geringere Degradationsraten und besserer Schutz gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlung.

Fazit

Bifaziale Module sind eine lohnende Investition, besonders in der Schweiz mit ihren schneereichen Wintern und Bergen. Der geringe Mehrpreis wird durch höheren Ertrag und längere Lebensdauer mehr als ausgeglichen. Bei Neuinstallationen sollten bifaziale Module heute der Standard sein.

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