PV-Branche in der Schweiz

Marktentwicklung, wichtige Akteure, politische Rahmenbedingungen und Zukunftsaussichten der Schweizer Photovoltaik-Branche.

Die Schweizer Photovoltaik-Branche erlebt einen beispiellosen Boom. Getrieben durch die Energiestrategie 2050, steigende Strompreise und das wachsende Klimabewusstsein wird Solar zur tragenden Säule der Schweizer Energieversorgung. Ein Überblick über den Markt, die wichtigsten Akteure und die Zukunftsaussichten.

Marktentwicklung und Wachstum

Der Schweizer Solarmarkt wächst seit Jahren dynamisch. Die jährlich zugebaute PV-Leistung hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht. Die installierte Gesamtleistung liegt mittlerweile bei mehreren Gigawatt Peak, und Solarenergie deckt einen wachsenden Anteil des Schweizer Stromverbrauchs.

Die Wachstumstreiber sind vielfältig: sinkende Modulpreise, attraktive Förderungen, hohe Strompreise, vereinfachte Bewilligungsverfahren und ein zunehmendes Bewusstsein für Klimaschutz und Energieunabhängigkeit. Die Schweiz gehört in Europa zu den Ländern mit dem stärksten Zubau pro Kopf.

Marktsegmente

Energiestrategie 2050

Die Energiestrategie 2050, die das Schweizer Stimmvolk 2017 angenommen hat, sieht den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien vor. Solarenergie spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Ziel ist es, bis 2050 einen wesentlichen Teil des Schweizer Strombedarfs mit Solarenergie zu decken.

Im Rahmen der Revision des Energie- und Stromversorgungsgesetzes hat das Parlament zusätzliche Massnahmen beschlossen, um den Ausbau zu beschleunigen. Dazu gehören eine Solarpflicht für Neubauten ab einer bestimmten Grösse, vereinfachte Bewilligungsverfahren, höhere Förderungen und die Ermöglichung alpiner Solaranlagen.

Solarpflicht: Mehrere Kantone haben bereits eine Solarpflicht für Neubauten eingeführt. Der Kanton Zürich war einer der Vorreiter. Die Pflicht sieht vor, dass bei Neubauten ab einer bestimmten Fläche ein Anteil der geeigneten Dachfläche mit Solarmodulen belegt werden muss.

Pronovo – Förderung und Herkunftsnachweise

Pronovo AG ist die nationale Zertifizierungsstelle für die Förderung der erneuerbaren Stromproduktion in der Schweiz. Sie wickelt im Auftrag des Bundes die Einmalvergütung (EIV) ab und verwaltet die Herkunftsnachweise (HKN) für erneuerbare Energie.

Einmalvergütung (EIV)

Die Einmalvergütung ist das zentrale Förderinstrument für Solaranlagen in der Schweiz. Sie deckt einen Teil der Investitionskosten ab und besteht aus einem Grundbeitrag plus einem leistungsabhängigen Beitrag pro kWp. Die Vergütung wird nach der Inbetriebnahme der Anlage bei Pronovo beantragt.

Herkunftsnachweise (HKN)

Für jede produzierte Megawattstunde erneuerbaren Stroms wird ein Herkunftsnachweis ausgestellt. Diese können separat gehandelt werden und ermöglichen es Stromkonsumenten, gezielt erneuerbaren Strom zu beziehen. Für Anlagenbetreiber bieten HKN einen zusätzlichen Erlös.

Wichtige Akteure der Schweizer PV-Branche

Branchenverbände

Schweizer Hersteller und Zulieferer

Die Schweiz verfügt über eine Reihe von innovativen Unternehmen in der Solarbranche:

Installationsunternehmen

Die Schweiz zählt Hunderte von Solarinstallateuren, vom lokalen Elektriker bis zum spezialisierten Solarunternehmen. Die Branche bietet attraktive Arbeitsplätze und wächst kontinuierlich. Swissolar führt ein Verzeichnis zertifizierter Installationsbetriebe.

Herausforderungen der Branche

Fachkräftemangel

Das starke Wachstum der Branche hat zu einem Fachkräftemangel geführt. Qualifizierte Solarteure, Elektriker und Planer sind gefragt. Die Ausbildung wird durch neue Lehrgänge und Weiterbildungsangebote gestärkt. Der Beruf des «Solarteurs» bietet attraktive Zukunftsperspektiven.

Netzkapazitäten

Der steigende Solarstromanteil stellt die Verteilnetze vor Herausforderungen. In einigen Regionen sind die Netzkapazitäten an sonnigen Tagen bereits am Limit. Netzausbau, intelligente Steuerung und Speicherlösungen sind gefragt, um die Integration weiter zu verbessern.

Winterstromlücke

Solaranlagen produzieren im Winter deutlich weniger als im Sommer, während der Strombedarf im Winter höher ist. Alpine Solaranlagen, Fassadenanlagen und Speicherlösungen können einen Beitrag leisten, die Winterstromlücke zu verringern.

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Zukunftsaussichten

Die Zukunft der Schweizer PV-Branche ist vielversprechend. Mehrere Trends prägen die Entwicklung:

Fazit

Die Schweizer PV-Branche steht vor einer goldenen Dekade. Die politischen Rahmenbedingungen sind so günstig wie nie, die Technologie wird immer effizienter und günstiger, und die Nachfrage wächst stetig. Ob als Hausbesitzer, Investor oder Fachkraft – die Solarbranche bietet attraktive Möglichkeiten für alle Beteiligten. Die Schweiz hat das Potenzial, eine führende Rolle im europäischen Solarmarkt einzunehmen.