Solarertrag im Winter vs. Sommer – Saisonale Unterschiede

Wie sich der Solarertrag zwischen Sommer und Winter in der Schweiz unterscheidet und was das für Ihre Anlage bedeutet.

Die saisonalen Unterschiede beim Solarertrag sind in der Schweiz besonders ausgeprägt. Zwischen den langen, sonnigen Sommertagen und den kurzen Wintertagen liegen erhebliche Ertragsunterschiede – doch der Winter hat überraschende Stärken.

Die Ertragsverteilung über das Jahr

Eine typische Solaranlage im Schweizer Mittelland erzeugt rund 65–70% ihres Jahresertrags zwischen April und September. Die ertragsstärksten Monate sind Juni und Juli mit jeweils ca. 12–15% des Jahresertrags. Der schwächste Monat ist Dezember mit nur 2–3%.

Monatliche Ertragsverteilung (Mittelland, in % des Jahresertrags)

Warum der Sommer nicht immer Spitzenreiter ist

Obwohl die Sonneneinstrahlung im Sommer am höchsten ist, reduzieren hohe Temperaturen die Moduleffizienz. Die höchsten spezifischen Erträge pro Sonnenstunde werden oft in den Übergangsmonaten April, Mai und September erzielt, wenn moderate Temperaturen und gute Einstrahlung zusammentreffen.

Interessant: An einem klaren, kalten Wintertag mit Schneebedeckung können Solarmodule in den Alpen kurzzeitig mehr Leistung liefern als an einem heissen Julitag im Mittelland. Die Kombination aus Kälte und Schneereflexion (Albedo-Effekt) kann die Nennleistung sogar übertreffen.

Winterertrag in den Alpen

Alpenstandorte haben einen entscheidenden Vorteil im Winter: Sie liegen oft über der Nebelgrenze und profitieren von der Albedo-Wirkung der Schneedecke. Dies kann den Winterertrag um 20–40% gegenüber Mittelland-Standorten steigern. Alpine Solaranlagen zeigen eine ausgeglichenere saisonale Ertragsverteilung, was sie für die Winterstromversorgung besonders wertvoll macht.

Schnee auf den Modulen

Schnee auf den Modulen unterbricht die Stromerzeugung vollständig. Bei geneigten Modulen rutscht der Schnee meist innerhalb von Stunden ab, da sich die dunkle Oberfläche durch diffuse Strahlung erwärmt. Eine steilere Modulneigung (40–45°) begünstigt das Abrutschen. Vom manuellen Entfernen des Schnees wird aus Sicherheitsgründen abgeraten.

Eigenverbrauch im Jahresverlauf

Im Sommer produziert die Anlage mehr als der Haushalt verbraucht – der Überschuss geht ins Netz. Im Winter kehrt sich das Verhältnis um. Diese saisonale Asymmetrie macht deutlich, warum Eigenverbrauchsoptimierung und Speicherlösungen so wichtig sind. Ein Batteriespeicher gleicht die täglichen Schwankungen aus, kann aber die saisonale Lücke nicht vollständig schliessen.

Tipps für besseren Winterertrag

Fazit

Die saisonalen Ertragsunterschiede sind in der Schweiz erheblich, aber mit der richtigen Planung gut zu managen. Berücksichtigen Sie die saisonale Verteilung bei der Anlagenplanung und nutzen Sie die Möglichkeiten der Eigenverbrauchsoptimierung, um das Maximum aus Ihrer Solaranlage zu holen.

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