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Temperatureinfluss auf Solarmodule – Was Sie wissen müssen

Warum Solarmodule im Winter effizienter sind und wie Hitze die Leistung beeinflusst.

Es klingt paradox: Solarmodule liefern bei kühlem Wetter eine höhere Effizienz als bei grosser Hitze. Der Temperatureinfluss auf die Leistung von Photovoltaikmodulen ist ein oft unterschätzter Faktor, der den Ertrag Ihrer Anlage erheblich beeinflusst.

Wie Temperatur die Leistung beeinflusst

Die Nennleistung eines Solarmoduls wird unter Standard-Testbedingungen (STC) bei einer Zelltemperatur von 25°C gemessen. In der Praxis können Modultemperaturen im Sommer jedoch 60–70°C erreichen. Pro Grad über 25°C sinkt die Leistung kristalliner Siliziummodule um ca. 0,3–0,5%.

Das bedeutet: Bei einer Modultemperatur von 65°C verliert ein Modul rund 16–20% seiner Nennleistung. Im Hochsommer kann dieser Effekt trotz höherer Sonneneinstrahlung den Tagesertrag spürbar reduzieren.

Der Temperaturkoeffizient

Der Temperaturkoeffizient (Pmax) gibt an, um wie viel Prozent die Leistung pro Grad Celsius Temperaturanstieg sinkt. Typische Werte für verschiedene Modultechnologien:

Tipp: Achten Sie beim Modulkauf auf einen niedrigen Temperaturkoeffizienten. Module mit HJT-Technologie verlieren deutlich weniger Leistung bei Hitze und eignen sich besonders für heisse Standorte.

Warum kalte Wintertage Spitzenleistung bringen

An klaren Wintertagen, wenn die Sonne scheint und die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen, können Solarmodule ihre Nennleistung sogar übertreffen. Die niedrigen Temperaturen steigern die Effizienz, während die klare Luft für hohe Einstrahlungswerte sorgt. In den Schweizer Alpen können Module im Winter dank Schneereflexion und tiefer Temperaturen erstaunlich hohe Momentanleistungen erreichen.

Hinterlüftung und Montage

Die Montage hat einen grossen Einfluss auf die Modultemperatur. Eine gute Hinterlüftung der Module ist essenziell, um die Wärme abzuführen. Aufdach-Montagen mit ausreichend Abstand zum Dach ermöglichen eine bessere Luftzirkulation als dachintegrierte Systeme, bei denen die Module flach auf dem Dach aufliegen.

Temperaturunterschiede nach Montagesystem

Saisonale Ertragsverteilung

In der Schweiz erzeugen Solaranlagen etwa 65–70% ihres Jahresertrags in den Monaten April bis September. Der Winter trägt trotz kühlerer Temperaturen weniger bei, da die Sonnenstunden deutlich kürzer sind und die Einstrahlung geringer ist. Die höchsten spezifischen Erträge pro Sonnenstunde werden jedoch in den Übergangsmonaten März, April, September und Oktober erzielt, wenn moderate Temperaturen und gute Einstrahlung zusammentreffen.

Fazit

Die Temperatur ist ein wichtiger Einflussfaktor auf den Solarertrag. Achten Sie bei der Planung auf eine gute Hinterlüftung und wählen Sie Module mit niedrigem Temperaturkoeffizienten. In der Schweiz profitieren Sie von den kühleren Temperaturen im Alpenraum, die höhere Wirkungsgrade ermöglichen als in heissen südlichen Ländern.

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Umweltbilanz und Nachhaltigkeit

Eine Solaranlage in der Schweiz vermeidet pro kWp jährlich rund 400–500 kg CO₂. Bei einer typischen 10-kWp-Anlage sind das über die Lebensdauer von 25 Jahren mehr als 100 Tonnen eingespartes CO₂. Die energetische Amortisation – also die Zeit, bis die Anlage mehr Energie produziert hat als für ihre Herstellung benötigt wurde – liegt bei nur 1–2 Jahren. Danach liefert sie über 20 Jahre lang sauberen, klimaneutralen Strom. Am Ende ihrer Lebensdauer können über 95 % der Materialien recycelt werden. Silizium, Glas und Aluminium werden zurückgewonnen und in neuen Produkten eingesetzt. So schliesst sich der Kreislauf – und Sie leisten einen messbaren Beitrag zur Energiewende in der Schweiz.

Häufige Fragen zur Solaranlage

Wie lange hält eine Solaranlage? Moderne Solarmodule sind auf mindestens 25–30 Jahre ausgelegt. Viele Hersteller geben eine Leistungsgarantie von 25 Jahren mit mindestens 80 % der Nennleistung.

Brauche ich eine Baubewilligung? In den meisten Schweizer Kantonen sind Auf-Dach-Anlagen meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig. Ausnahmen gelten in Schutzgebieten und bei denkmalgeschützten Gebäuden.

Was passiert bei Schnee? Schnee rutscht bei geneigten Dächern schnell ab. Der Ertragsverlust im Winter ist minimal – die Hauptproduktion findet von März bis Oktober statt.

Wie viel Strom produziert meine Anlage? Pro kWp installierter Leistung können Sie in der Schweiz mit 900–1’100 kWh Jahresertrag rechnen – je nach Standort und Ausrichtung.

Den richtigen Solarinstallateur finden

Die Wahl des Installateurs ist entscheidend für eine erfolgreiche Solaranlage. Achten Sie auf folgende Kriterien: Der Betrieb sollte über eine Swissolar-Zertifizierung verfügen und Erfahrung mit mindestens 50 installierten Anlagen vorweisen können. Holen Sie mindestens drei Offerten ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die verwendeten Komponenten und Garantiebedingungen. Ein guter Installateur bietet eine Vor-Ort-Begehung an und erstellt eine individuelle Ertragsberechnung. Fragen Sie nach Referenzprojekten in Ihrer Region. Der Installateur sollte auch den Papierkram übernehmen: Baumeldung, Pronovo-Anmeldung und Netzgesuch. Seriöse Betriebe bieten zudem Wartungsverträge an, die eine regelmässige Überprüfung der Anlage sicherstellen und so langfristig die optimale Leistung gewährleisten.

Kühlungseffekte in der Schweiz nutzen

Die Schweiz bietet gegenüber südlicheren Ländern einen natürlichen Temperaturvorteil für Solarmodule. An klaren Sommertagen erreichen Module in der Schweiz Temperaturen von 50–60 °C, während sie in Südeuropa leicht über 70 °C steigen. Jedes Grad über 25 °C kostet etwa 0,35 % Wirkungsgrad bei kristallinen Modulen. In den Schweizer Alpen, wo die Lufttemperatur deutlich niedriger ist, arbeiten Module effizienter als im Flachland. Gute Hinterlüftung der Module ist in der Schweiz dennoch wichtig: Ein Abstand von mindestens 10 cm zwischen Modul und Dach ermöglicht die Luftzirkulation und senkt die Modultemperatur um 5–10 °C. Bei Indach-Systemen, die in der Schweiz aus ästhetischen Gründen beliebt sind, muss mit 3–5 % Ertragseinbussen gerechnet werden.

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