Verschattung und Ertragsverluste – Analyse und Lösungen

Wie Verschattung den Solarertrag beeinflusst und welche technischen Lösungen die Verluste minimieren.

Verschattung ist einer der häufigsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Gründe für Ertragseinbussen bei Solaranlagen. Selbst eine geringe Teilverschattung kann den Ertrag einer gesamten Modulreihe erheblich reduzieren.

Wie Verschattung den Ertrag beeinflusst

Bei konventionellen Strangwechselrichtern sind die Module in Reihe geschaltet. Wird ein einziges Modul verschattet, begrenzt es den Stromfluss des gesamten Strings. Das verschattete Modul wirkt wie ein Engpass und reduziert die Leistung aller Module im String. Eine Verschattung von nur 10% der Modulfläche kann den Ertrag des gesamten Strings um 30–50% reduzieren.

Typische Verschattungsquellen

Verschattungsanalyse vor der Installation

Vor der Installation einer Solaranlage sollte eine gründliche Verschattungsanalyse durchgeführt werden. Professionelle Installateure nutzen dafür spezielle Tools wie den SunEye oder digitale 3D-Simulationen, die den Sonnenverlauf über das gesamte Jahr berechnen. Auch das Schweizer Solarkataster sonnendach.ch gibt Hinweise auf die Verschattungssituation.

Wichtig: Beachten Sie, dass die Verschattungssituation sich im Laufe der Jahre ändern kann. Bäume wachsen, Nachbargebäude werden umgebaut, und neue Konstruktionen können zusätzlichen Schatten werfen.

Technische Lösungen gegen Verschattung

Leistungsoptimierer (Power Optimizer)

Leistungsoptimierer von Herstellern wie SolarEdge werden an jedem einzelnen Modul installiert. Sie ermöglichen es, dass jedes Modul unabhängig vom Rest des Strings seinen maximalen Ertrag liefert. Bei Teilverschattung reduziert sich nur die Leistung des betroffenen Moduls, nicht des gesamten Strings. Der Mehrertrag bei verschatteten Anlagen kann 10–25% betragen.

Mikrowechselrichter

Mikrowechselrichter von Herstellern wie Enphase wandeln den Gleichstrom direkt am Modul in Wechselstrom um. Jedes Modul arbeitet komplett unabhängig. Dies ist die beste Lösung bei starker Verschattung, allerdings auch die kostenintensivste Variante.

Bypass-Dioden

Moderne Module verfügen über integrierte Bypass-Dioden, die verschattete Zellgruppen überbrücken. Sie verhindern, dass verschattete Zellen zu Hotspots werden und Schaden nehmen. Bypass-Dioden reduzieren die Verschattungsverluste, eliminieren sie aber nicht vollständig.

Modulanordnung optimieren

Die Anordnung der Module und die Verschaltung der Strings können den Einfluss von Verschattung minimieren. Module sollten so angeordnet werden, dass der Schatten möglichst wenige Strings betrifft. Bei horizontaler Verschattung sollten Module im Querformat montiert werden, bei vertikaler Verschattung im Hochformat.

Wirtschaftliche Bewertung

Ob sich eine verschattete Fläche für Solarmodule eignet, hängt von der Dauer und Intensität der Verschattung ab. Als Faustregel gilt: Wenn eine Fläche mehr als 20% des Jahres stark verschattet ist, sollte sie nicht mit Modulen belegt werden. Leistungsoptimierer kosten ca. 30–50 Franken pro Modul, können aber den Mehrertrag bei Teilverschattung deutlich steigern.

Fazit

Verschattung muss kein Ausschlusskriterium für eine Solaranlage sein. Mit der richtigen Technologie – Leistungsoptimierern oder Mikrowechselrichtern – lassen sich die Verluste erheblich reduzieren. Eine sorgfältige Verschattungsanalyse vor der Installation ist jedoch unerlässlich.

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