Solarmontage in der Schweiz

Alles über Montagesysteme, den Installationsprozess, Kosten und Vorschriften für die professionelle Montage Ihrer Solaranlage.

Die fachgerechte Montage ist entscheidend für die Leistung, Langlebigkeit und Sicherheit einer Solaranlage. In der Schweiz gelten strenge Vorschriften und Normen, die eine hohe Qualität der Installation gewährleisten. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über alle Aspekte der Solarmontage.

Montagesysteme im Überblick

Aufdach-Montage (Aufgeständert)

Die Aufdach-Montage ist das am weitesten verbreitete System in der Schweiz. Die Solarmodule werden auf einer Unterkonstruktion über den bestehenden Dachziegeln montiert. Dachhaken greifen unter die Ziegel und werden auf den Dachsparren verschraubt. Auf den Haken werden Montageschienen befestigt, an denen die Module mit Klemmen fixiert werden.

Vorteile der Aufdach-Montage: Gute Hinterlüftung der Module für optimale Erträge, keine Eingriffe in die Dachhaut nötig, einfache und kostengünstige Installation, Module können bei Bedarf einzeln ausgetauscht werden. Die Kosten für das Montagesystem liegen bei ca. 100–200 Franken pro kWp.

Indach-Montage (Dachintegriert)

Bei der Indach-Montage ersetzen die Solarmodule die Dachziegel und werden bündig in die Dachfläche integriert. Das System ist ästhetisch ansprechender und eignet sich besonders für Neubauten und Dachsanierungen. In der Schweiz sind Indach-Systeme von Herstellern wie Megasol, SunStyle und Solrif verbreitet.

Nachteile: Die geringere Hinterlüftung führt zu höheren Modultemperaturen und damit zu ca. 3–5% weniger Ertrag gegenüber Aufdach-Systemen. Die Kosten sind höher (200–400 Fr./kWp), dafür entfallen die Kosten für die Dacheindeckung.

Flachdach-Montage

Auf Flachdächern werden die Module auf speziellen Gestellen aufgeständert. Typisch sind Neigungswinkel von 10–15° in Süd- oder Ost-West-Ausrichtung. Die Befestigung erfolgt meist ballastiert (mit Betonplatten beschwert), was keine Durchdringung der Dachhaut erfordert. Bei leichten Dächern oder hoher Windlast werden die Gestelle alternativ verschraubt.

Fassaden-Montage

Fassadenanlagen gewinnen in der Schweiz an Bedeutung. Die Module werden vertikal an der Gebäudefassade montiert, entweder als vorgehängte hinterlüftete Fassade oder als integriertes System. Der Jahresertrag ist ca. 30% geringer als bei einer Dachanlage, dafür produzieren Fassadenanlagen im Winter relativ mehr Strom. Sie eignen sich besonders für hohe Gebäude mit grosser Fassadenfläche.

Schweizer Besonderheit: In vielen Schweizer Gemeinden sind Solaranlagen auf Dächern meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig, sofern sie bestimmte Bedingungen erfüllen (suffisante Anpassung an das Gebäude, keine Kultur- oder Naturdenkmäler). Die kantonalen Regelungen können jedoch variieren.

Der Installationsprozess

Schritt 1: Planung und Offerte

Der Prozess beginnt mit einer Dachbegehung und Vermessung. Der Installateur prüft die Statik, die Dacheindeckung, die elektrische Infrastruktur und mögliche Verschattung. Basierend darauf erstellt er eine Ertragssimulation und eine detaillierte Offerte. Holen Sie mindestens 2–3 Offerten ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Komponentenqualität und die Referenzen des Installateurs.

Schritt 2: Bewilligung und Anmeldung

In der Schweiz muss die Solaranlage bei der Gemeinde gemeldet oder bewilligt werden. Bei Aufdach-Anlagen genügt in den meisten Kantonen eine Meldung (Meldeverfahren). Dachintegrierte und Fassadenanlagen können bewilligungspflichtig sein. Zusätzlich muss die Anlage beim lokalen Elektrizitätswerk (EW) angemeldet werden für den Netzanschluss.

Schritt 3: Montage

Die eigentliche Montage dauert für eine typische Einfamilienhaus-Anlage (8–15 kWp) in der Regel 2–4 Tage. Der Ablauf umfasst die Montage der Unterkonstruktion, die Verlegung der Gleichstromkabel, die Installation der Module, die Montage des Wechselrichters und des Zählerschranks, sowie den Anschluss an das Hausnetz und das öffentliche Netz.

Schritt 4: Inbetriebnahme und Abnahme

Nach der Installation wird die Anlage vom Installateur in Betrieb genommen und getestet. Eine Sicherheitsprüfung gemäss NIV (Niederspannungs-Installationsverordnung) ist obligatorisch. Der Sicherheitsnachweis wird dem EW eingereicht. Anschliessend kann die Anlage ans Netz gehen.

Schritt 5: Förderantrag

Nach der Inbetriebnahme können Sie die Einmalvergütung (EIV) bei Pronovo beantragen. Die Anmeldung muss innert bestimmter Fristen erfolgen. Zusätzliche kantonale und kommunale Förderprogramme sollten bereits vor der Installation abgeklärt werden.

Kosten der Solarmontage in der Schweiz

Die Gesamtkosten einer Solaranlage setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:

Insgesamt liegen die Kosten für eine schlüsselfertige Solaranlage in der Schweiz bei 1'400–2'200 Franken pro kWp (ohne Batteriespeicher). Eine typische 10-kWp-Anlage kostet somit 14'000–22'000 Franken vor Abzug der Förderung. Nach Abzug der Einmalvergütung reduzieren sich die Nettokosten um 20–30%.

Vorschriften und Normen

Baubewilligung

Seit der Revision des Raumplanungsgesetzes sind Solaranlagen auf Dächern in den meisten Kantonen nur meldepflichtig (nicht bewilligungspflichtig), sofern sie genügend angepasst sind und nicht an einem geschützten Gebäude montiert werden. In Kern- und Schutzzonen können strengere Regeln gelten.

Elektrische Vorschriften

Die elektrische Installation muss von einem konzessionierten Elektroinstallateur durchgeführt werden. Es gelten die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) und die Normen der Electrosuisse (SN EN 62446). Ein Sicherheitsnachweis ist für jede Anlage obligatorisch.

Blitzschutz

In der Schweiz gelten spezifische Normen für den Blitzschutz von Solaranlagen. Bei Gebäuden mit bestehender Blitzschutzanlage muss die Solaranlage in das Schutzkonzept integriert werden. Der Installateur berücksichtigt dies bei der Planung.

Brandschutz

Für den Brandschutz von Solaranlagen gelten die Vorschriften der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF). Insbesondere die Kabelführung, die Verwendung von Brandschutzschaltern (AFDD) und die Freischaltung bei Feuerwehreinsätzen sind geregelt.

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Qualitätskriterien für die Installateur-Wahl

Die Wahl des richtigen Installateurs ist entscheidend für die Qualität und Leistung Ihrer Solaranlage. Achten Sie auf folgende Kriterien:

Fazit

Die Solarmontage in der Schweiz ist ein professioneller Prozess mit klaren Vorschriften und hohen Qualitätsstandards. Investieren Sie in eine fachgerechte Installation mit hochwertigen Komponenten – dies sichert maximale Erträge über die gesamte Lebensdauer von 25–30+ Jahren. Vergleichen Sie Offerten, prüfen Sie Referenzen und achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Qualität der Komponenten und der Ausführung.